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Forschungsprojekt

Körperverletzung im Amt durch Polizeibeamte: Viktimisierungsprozesse, Anzeigeverhalten, Dunkelfeldstruktur

Zum Umfang rechtswidriger Gewaltanwendung durch Polizeibeamte liegen bislang kaum empirisch gesicherte Erkenntnisse vor. Einerseits werden die vorhandenen statistischen Zahlen zur Körperverletzung im Amt, die eine äußerst geringe Anklagequote von etwa 3 % ausweisen, höchst unterschiedlich interpretiert. Andererseits gibt es trotz anhaltender öffentlicher Diskussion praktisch keine Studien zum Dunkelfeld dieses Deliktsbereichs, obwohl dieses mutmaßlich eine besondere Struktur aufweist. Vor diesem Hintergrund soll das von der DFG geförderte Forschungsprojekt vom Herbst 2017 an

 

  • einschlägige Viktimisierungserfahrungen erfassen und systematisch untersuchen,
  • die polizeilichen Erfahrungen und Umgangsformen mit Verfahren wegen Körperverletzung im Amt erfassen,
  • das Verhältnis von Hell- und Dunkelfeld rechtswidriger Gewaltanwendung durch Polizeibeamte anhand des Anzeigeverhaltens bestimmen sowie
  • die Struktur des Dunkelfelds in diesem Bereich analysieren.

Methodisch wird dies mit einer quantitativen Opferbefragung umgesetzt, in deren Rahmen erstmals eine systematische Erhebung von Daten zu Opfern rechtswidriger Polizeigewalt erfolgt. Die Ergebnisse der quantitativen Erhebung werden mittels qualitativer Interviews mit Polizisten, Staatsanwälten, Anwälten, Vertretern von Opferberatungsstellen und weiteren Experten vertieft und ergänzt. Die Kombination quantitativer und qualitativer Methoden stellt so sicher, dass sowohl den Erfordernissen der Repräsentativität soweit wie möglich als auch den empirisch gegebenen vielfältigen Wahrnehmungen und Deutungen des Phänomens der Körperverletzung im Amt Rechnung getragen wird.